Latein

Latein als 2. Fremdsprache ab Klasse 6

1.) Latein fördert die Sprachkompetenz.

Für welchen Schülertyp ist Latein geeignet?
Latein ist das richtige Fach für Schülerinnen und Schüler, die gerne einem Problem ruhig und mit Ausdauer nachgehen sowie ein hohes Maß an Fleiß, Aufnahmebereitschaft und Abstraktionsvermögen besitzen.
Während die Ziele des Französischunterrichts eher Sprachbeherrschung und Kommunikation sind, strebt der Lateinunterricht nach Analyse und Sprachverstehen.
Latein ist eine Sprache, die das Denkvermögen und die Konzentrationsfähigkeit schult. Sie verlangt Genauigkeit im Detail und stellt „sprachliche Rätsel“ auf, die man mit Nachdenken lösen kann. Latein schärft also den Verstand. Darüber hinaus erfordert die systematische Grammatik der lateinischen Sprache ein systematisches Lernen.
Beim Übersetzen lernt man, Zusammenhänge zu erfassen, Schlussfolgerungen zu ziehen und Erkenntnisse kreativ umzusetzen (problemlösendes Denken).
Schwierigkeiten bei Rechtschreibung und Aussprache, die den Einstieg in moderne Fremdsprachen oft trüben, gibt es in Latein nicht. Die berüchtigte Formenvielfalt und die grammatikalischen Feinheiten der lateinischen Sprache kann man auf der Lernbasis des Deutschen, einer im Ausdrucksreichtum vergleichbaren Sprache, verstehen und einordnen. Umgekehrt führen das Durchschauen sprachlicher Strukturen und das Suchen nach einer angemessenen Übersetzung gleichzeitig zu einer besseren Beherrschung der deutschen Sprache und einer Erweiterung des deutschen Wortschatzes.
Insgesamt bietet der Lateinunterricht die einmalige Möglichkeit, ein allgemeines Sprachbewusstsein zu entwickeln und zu erleben, wie Sprache eigentlich funktioniert. Latein ist also der „Backstage-Pass“ für Sprachen.

Lehrbuch: Am Goethe-Gymnasium wird das Lehrbuch Prima A aus dem Verlag C.C. Buchner verwendet.

Grammatik: Durch Schwerpunktsetzungen bei den Deklinationsformen der Substantive, Adjektive und Pronomina, der Konjugationsformen der Verben sowie bei den grammatikalischen Konstruktionen soll den Schülerinnen und Schülern eine wichtige Orientierung gegeben werden.

Vokabeln: Wie in jeder Sprache ist das kontinuierliche Lernen und Wiederholen der Vokabeln die ent-scheidende Grundlage für das Erlernen der Sprache. Zusätzlich entwickeln die Schülerinnen und Schüler im Fach Latein einen differenzierten Umgang mit dem Vokabular der deutschen Sprache.
Beispiel: das Sachfeld „Sehen
videre: sehen, einsehen, beachten, aspicere: ansehen, conspicere: erblicken (punktueller Aspekt),
spectare: betrachten (linearer Aspekt), perspicere: durchschauen

Für das Fach Latein gilt der Grundsatz: Jede Latein-Stunde ist auch eine Deutsch-Stunde.

Latein: Die Muttersprache Europas
Latein bietet als Basissprache Europas das ideale Fundament für das Erlernen von Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, aber auch Englisch, das mehr als die Hälfte seiner Wörter auf das Lateinische zurückführt. Mit Lateinkenntnissen lernt man diese Sprachen wesentlich einfacher. Außerdem können deutsche Fremdwörter und Fachausdrücke richtig verstanden werden.


2.) Latein fördert die Textkompetenz.

Bereits im Anfangsunterricht lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man sich einem Text nähert, die Satzstrukturen und den Textaufbau analysiert und auf dieser Grundlage den Text versteht und interpretiert.
Inhaltlich wird die Welt der Antike, eine wichtiges Fundament unserer abendländischen Kultur, erschlossen. Man liest Texte zum Alltagsleben der Römer sowie zur römischen Geschichte, Religion, Mythologie, Philosophie und Dichtung.
Außerdem werden im Unterricht zeitlose Grundfragen der menschlichen Existenz diskutiert. Latein trägt somit auch zur Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler bei.

Klassen 6 bis 9: Textanalyse: Aufbau, Stilmittelanalyse, Interpretation (in fortschreitenden Anforderungsstufen)
Klasse 10: Übergangslektüre mit Textanalyse: Phaedrus (Fabeln), Caesar (De Bello Gallico)
Oberstufe mit fortgeschrittener Textanalyse:
E1: Politik: Sallust (De coniuratione Catilinae), Cicero (Orationes in Catilinam), Plinius-Briefe
E2: Mythos: Ovid (Metamorphosen)
Q1: Rhetorik: Theorie bei Cicero (z. B. De oratore), Praxisbeispiele bei Cicero, Sallust, Ovid,...
Q2: Individuum und Gemeinschaft: Cicero, Augustinus, Thomas Morus, Thomas Hobbes, neuzeitliche Autoren
Q3: Philosophie: Cicero, Seneca,... (Schwerpunkte in Absprache mit dem Kurs)
Q4: Roms Erbe für Europa (Themenschwerpunkte in Absprache mit dem Kurs)


3.) Latein fördert die Kulturkompetenz.

Exkursionen in Städte, in denen man auch heute noch den großen Einfluss der Römer erfahren kann, lassen die Inhalte des Lateinunterrichts lebendig werden und erweitern den Bildungshorizont. Außerdem soll mit Hilfe kreativer Projekte eine individuelle Identifikation mit dem Fach und seinen Inhalten erreicht werden.

Exkursionen:
Klasse 6: Archäologisches Museum (Frankfurt am Main)
Klasse 7: Pompejanum (Aschaffenburg) oder Saalburg (Taunus)
Klassen 8 bis 10: eine jahrgangsübergreifende große Exkursion nach Köln, Trier oder Mainz

Projekte:
Klasse 6:
Schule Interaktiv: Internetrecherche, Referate, Plakate für den Tag der offenen Tür (Themen: Alltagsleben, Geschichte, Religion, Mythologie, Architektur, Militär, Politik,...)
Klassen 8 bis 10:
Erstellung von Homepage-Artikeln im Rahmen der großen Exkursion
Oberstufe:
Bearbeitung und kreative Nachbereitung der Unterrichtsinhalte in Form von Referaten, Plakaten, szenischen Darstellungen,...
Projektwoche: Latein-Projekt am Ende des Schuljahres


DAS LATINUM (Latein für die Universität)

Das Latinum, das man am Ende der E-Phase erwirbt, wenn man mindestens die Zeugnisnote „ausreichend“ erreicht hat, ist an vielen Universitäten Voraussetzung zahlreicher Studiengänge:

- Sprachen (Germanistik, Romanistik, Anglistik,…)
- Geschichte
- Archäologie
- Kunstgeschichte
- Musikwissenschaft
- Theologie
- Philosophie

Auch für ein Studium im Ausland kann das Latinum notwendig sein.

 

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