Axel Honneth am Goethe-Gymnasium!
Wer ist WIR in einer postmigrantischen Gesellschaft?
Axel Honneth am Goethe-Gymnasium!
Der Sozialphilosoph Axel Honneth, Habermas-Schüler und international bekannter Vertreter der 3. Generation der Frankfurter Schule, Professor an der Columbia-University in New York, gab sich am 01.07.2025 am Goethe die Ehre.Frau Dr. Holme hatte die Begegnung zwischen Schülerinnen und Schülern ihres Ethik-Kurses arrangiert – und so diskutierte Honneth über Verantwortung und den Zusammenhalt postkolonialer Gesellschaften, ein Thema, das unsere Schülerinnen und Schüler brennend interessiert. Kolonialverbrechen kommen im öffentlichen und schulischen Diskurs immer noch zu kurz, gleichzeitig ist der Umgang mit der deutschen Kolonialgeschichte durch den demographischen Wandel komplexer geworden. Ein hoher Anteil der Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Diese postmigrantische Gesellschaft ist auch in der Schulgemeinschaft – so auch am Goethe – präsent und stellt vor neue Herausforderungen. Denn wie arbeiten wir Kolonialverbrechen auf und begleichen unsere Schuld, wenn immer mehr Schülerinnen und Schüler sowohl Profiteure als auch Leidtragende des Kolonialismus sind? Obwohl die Grenzen zu verschwimmen scheinen und die Definition eines klaren ‚Wirs‘ als Schuldtragende immer schwieriger wird, kommt Honneth selbst zu dem Schluss, dass alle Anwärter und Träger der deutschen Staatsbürgerschaft Verantwortung tragen. Honneth und die Abiturienten reflektierten kritisch, diskutierten angeregt. Zum Schluss waren sich alle einig: Was für ein äußerst bereicherndes Gespräch! |