Gemeinsam stark: Fünftklässler absolvieren das 60 minütige Deutsche Laufabzeichen

Im Rahmen des Sportunterrichts der fünften Klassen wird in diesem Schuljahr ein neues Konzept erprobt. Hintergrund dafür ist vor allem die organisatorische Situation des Sportunterrichts: Um den Unterricht weiterhin im vorgesehenen Umfang durchführen zu können, mussten neue Wege gefunden werden, vorhandene Räume, Hallenzeiten und personelle Ressourcen sinnvoll zu nutzen.

Mit dem Wunsch nach Weiterführung des Schwimmunterrichts wurde der Sportunterricht daher modular organisiert. Neben den beiden Sporthallen stehen den Schülerinnen und Schülern weitere Lernorte zur Verfügung. Dazu zählen schulische Lernorte wie der Klassenraum und die Aula sowie das Schwimmbad als außerschulischer Lernort.

Die fünften Klassen wechseln dabei im Laufe einiger Wochen zwischen den verschiedenen Orten: vom Klassenraum in die Sporthalle, von der Sporthalle ins Schwimmbad oder auch in die Aula und anschließend in ein weiteres Modul.

Insgesamt durchlaufen die Schülerinnen und Schüler mehrere Sportmodule, die von fünf unterschiedlichen Sportlehrkräften angeboten werden. Jede Lehrkraft übernimmt dabei einen bestimmten Schwerpunktbereich und bringt ihre jeweiligen fachlichen Kompetenzen ein.

Der Klassenraum – ebenso wie die Aula – stellt zunächst einen eher ungewöhnlichen Rahmen für Sportunterricht dar. Gerade deshalb war es notwendig, ein Konzept zu entwickeln, das Bewegung, sportbezogene Inhalte und organisatorische Möglichkeiten sinnvoll miteinander verbindet. Auf diese Weise kann der Sportunterricht trotz begrenzter Hallenkapazitäten und zusätzlicher Schwimmzeiten weiterhin regelmäßig und vielfältig stattfinden.

So hielten unter anderem, Themen wie Chair Fitness, Yogaspiele gesunde Ernährung und die Lebensmittelpyramide, die Bedeutung des Schwimmunterrichts und die Kenntnis über Baderegeln, aber auch unser Verhalten beim Baden im Urlaub Einzug in den Sportunterricht. Gleichzeitig sollte bewusst ein gemeinsames Erlebnis geschaffen werden, das die Klassengemeinschaft stärkt und den Schülerinnen und Schülern lange in Erinnerung bleibt – etwas, auf das sie stolz sein können.

Aus dieser Idee heraus entstand das gemeinsame Ziel, das Deutsche Laufabzeichen zu absolvieren. Da die Außensportanlagen nicht immer zur Verfügung standen, wurde kreativ trainiert: Es wurde durch die Aula gejoggt, oder die Halle intensiv genutzt, wenn andere Klassen im Landheim waren. So konnte der sportliche Teil auch unter eingeschränkten Bedingungen konsequent umgesetzt werden.

Besonders deutlich wurde dabei der starke Zusammenhalt innerhalb der Klassen. Während des Laufens durften die Schülerinnen und Schüler Musikwünsche äußern, die Box wurde aufgedreht und gemeinsam ging es Runde um Runde durch die Halle. Viele unterstützten sich gegenseitig, feuerten sich an oder liefen sogar beim zweiten Versuch es zu schaffen mit, um Mitschülerinnen und Mitschüler zu begleiten, die krank waren oder die 60 min beim ersten Versuch noch nicht geschafft hatten.

Diese gemeinsame Aufgabe mit dem klaren Ziel, dass wirklich alle es schaffen, sorgte für eine außergewöhnlich positive Teamatmosphäre. Am Ende wurde gemeinsam geklatscht, manche waren völlig erschöpft – und manchen war sogar ein wenig schlecht –, aber alle konnten stolz sagen: Wir sind in der fünften Klasse 60 Minuten am Stück gelaufen. Und falls sich jetzt einige wundern – ja, locker joggen – nicht gehen!

Insgesamt haben bislang drei von fünf fünften Klassen, nämlich die 5d, 5a und die 5e erfolgreich das Deutsche Laufabzeichen absolviert. Wir haben als Belohnung gesunde Milkshakes gemixt und in der Mensa gesund zusammen gefrühstückt.

Die „Sommerklassen“ werden ihre Läufe dann draußen durchführen. Fest steht schon jetzt: Dieses Projekt hat gezeigt, wie stark gemeinsames Durchhalten, gegenseitige Unterstützung und ein gemeinsames Ziel die Klassengemeinschaft fördern können.

Carolin Blum, Sportlehrerin