Wer bestimmt, wen und was wir lesen?
Ein Interview mit Prof. Dr. Annika von Lüpke über die Erweiterung des Kanons im Ethik- und Philosophieunterricht
Darüber, was im Unterricht der Oberstufe gelesen wird, bestimmen (meist) nicht die Lernenden, sondern die Lehrkräfte bzw. das Hessische Kultusministerium, welches das Kerncurriculum und den Abiturerlass verfasst. Immer mehr Schülerinnen und Schülern fällt auf, dass es nur wenige Frauen und nahezu keine Autorinnen und Autoren außerhalb der “westlichen“ Sphäre sind, die gelesen werden. Aktuelle Studien stützen diese Erfahrung. Annika von Lüpke, Professorin für Philosophie und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe findet das ungerecht. Im März 2026 eröffnete sie im Gespräch mit engagierten Schülerinnen Möglichkeiten, wie das geändert werden kann.
Mit den Projekten Bildersturm https://www.uni-goettingen.de/de/670560.html
und Falsafa in die Schule https://www.gei.de/forschung/projekte/falsafa-in-die-schule, an denen sie mitgewirkt hat, verweist die Professorin auf die Vielfalt der Philosophie und macht Lehrkräften wie Lernenden Lust und Mut, auch bislang weniger bekannte Autorinnen und Autoren zu lesen.
Fotocredits: Lotte Ostermann
