Besuch der Westend-Synagoge: eine tolle Bereicherung, die dennoch nachdenklich stimmt

Am Dienstag, den 22. September besuchten wir im Rahmen des katholischen und evangelischen Religionsunterrichts der E1 gemeinsam die Westend-Synagoge in der Nachbarschaft des Goethe-Gymnasiums. Ziel war es, die jüdische Glaubensausübung, gesellschaftliche Probleme und die Zukunftssicht der jüdischen Gemeinde kennenzulernen und mit unserem parallelen Besuch mit gleicher Ausrichtung in der Matthäuskirche zu vergleichen.

Ein Gästeführer begleitete uns durch das Gebäude; er erklärte uns einerseits die verschiedenen religiösen Riten: die Ausrichtung am heiligen Buch, der Tora, und das Leben der religiösen Lehren durch gemeinschaftliche Gottesdienste, den Schabbat und alltägliche Riten. Wir durften sogar – ein großer Zufall! – die Tora der Synagoge betrachten – was normalerweise nicht möglich ist. Andererseits schlug unser Gästeführer aber auch nachdenkliche Töne an. Die Ausübung des jüdischen Lebens sei heute mit vielen Herausforderungen verbunden, unter anderem eine schrumpfende Gemeinde sowie antisemitisch motivierte Feindseligkeit, die leider Sicherheitsmaßnahmen nötig machten. Zudem bestehe eine wachsende politische Unsicherheit für die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Deutschland wegen des wachsenden Zuspruchs der Bevölkerung zur AfD, die in Teilen gesichert rechtsextrem agiere. Dies motiviere ihn möglicherweise, nach Israel umzuziehen, so unser Guide – ein Kommentar, der nachdenklich stimmt.

Der Besuch war eine unglaublich bereichernde Erfahrung für unseren Unterricht, der uns erlaubte, einen echten Blick in die Traditionen des Judentums zu werfen. Danke an Herrn Steurer, Frau Havar und die Gemeinde der Westend-Synagoge, uns diesen Ausflug ermöglicht zu haben!

Lüder Schütte, E1