Stolpersteinverlegung für ehemalige Goethe-Schüler
Steine gegen das Vergessen – unter diesem Motto fand am 01. Juli 2025 an der Zeppelinallee 35 die Stolpersteinverlegung für die Familie Merzbach statt.Neben Familienangehörigen von Jenny, Peter, Anneliese und Susanne Merzbach, nahmen auch Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums an der Veranstaltung teil. Denn Peter Merzbach absolvierte sein Abitur am Goethe-Gymnasium und ist somit Ehemaliger unserer Schule.Auf der Veranstaltung klärte die Initiative Stolpersteine Frankfurt am Main e.V. auch über seinen Werdegang auf. So studierte Peter Merzbach nach seinem Besuch des Goethe-Gymnasiums Medizin. Da er nach seinem Studienabschluss 1933 keine Aussicht auf eine Approbation sah, emigrierte er zunächst in die Niederlande und schließlich in die USA. Dort studierte er erneut Medizin und ließ sich in Massachusetts nieder. Zum Abschluss meldete sich schließlich auch die Nachfahrin Peter Merzbachs, Susan Merzbach, mit einer berührenden Rede zu Wort, in der sie die Initiative als Bestandteil der deutschen Wiedergutmachung und Aufklärung lobte, gleichzeitig aber auch vor der Wiederkehr solcher Gräueltaten mahnte. Am 02.07. wurde ein weiterer Stolperstein verlegt: Für die Familie Rothschild, Max war in den 20er Jahren ebenfalls ein ehemaliger Goethe-Absolvent.Seine drei Kinder Eric, Susan und David waren schon zwei Wochen zuvor aus Kanada angereist, hatten das Goethe-Gymnasium besucht, waren von Claus Wirth vom Verein der Ehemaligen durch das Haus geführt worden. Sehr ergreifend sprachen die beiden Söhne von ihrem Vater, von seiner Ablehnung Deutschlands, vom einzigen deutschen Wort, das er benutzte: „verboten“, von der Zerstreuung der Familie in die ganze Welt. Beim Blick in die Runde derer, die so zahlreich angereist waren, bei den Dankesworten mussten beide Söhne mit den Tränen kämpfen. Es ist der Schlussstein einer Geschichte, die mit Flucht begann und die mit Heimkehr endete. Die Erinnerung muss wach bleiben, sagte David Rothschild. Deshalb war ihm der Austausch mit einer aktuellen Goethe-Schülerin sehr wichtig. Er sagt: Für ihn ist Vergangenes vergangen. Aber wiederholen darf sich die Geschichte nicht. Versöhnung ist wichtig, nach vorne richtet sich sein Blick. Nun hat die Familie ein Stück Heimat zurückgekommen – einen Stein. Wenn auch: einen Stolperstein. |