„Schaut dort hin, wo es weh tut“ – Ein Gespräch mit Yağmur Ekim Çay
Yağmur Ekim Çay ist eine investigative Journalistin. Fünf Jahre nach dem Anschlag in Hanau, bei dem neun Menschen durch einen Rechtsterroristen getötet und weitere verletzt wurden, schrieb sie gemeinsam mit Gregor Haschnik eine Reportage über die Geschehnisse.
Einige Schüler des Abiturjahrgangs des Goethe-Gymnasiums hatten die Ehre, Frau Çay zu treffen und ihr Fragen stellen zu können. Anlässlich des aufkommenden Gedenktags zum rechtsterroristischen Anschlag in Hanau sprachen wir mit Yağmur Ekim Çay, die durch ihre Recherche und Interviews viel Kontakt mit den Betroffenen oder anderweitig Involvierten hat und viel Wissen über den Vorfall besitzt. Das Gespräch handelte von Frau Çay selbst, von ihrer Arbeit als Journalistin, auch von ihrem Kontakt zu traumatisierten Menschen im Rahmen dessen und natürlich auch von dem Anschlag in Hanau.
Frau Çay behandelt häufiger das Thema Rechtsextremismus in ihren Reportagen. Als Journalistin besteht bei der Veröffentlichung von politisch konnotierten Texten die Gefahr, dass Menschen einem Schaden zufügen wollen, weshalb sie vorsichtig mit ihren Daten umgehen müssen. Frau Çay erläuterte, sie habe trotz der Risiken als Journalistin vor, weiterhin in diesem Gebiet zu recherchieren.
Als guten Journalismus versteht sie den Grundsatz: „Schaut dahin, wo es weh tut. Zeigt der Leserschaft nicht nur, was sie lesen wollen, sondern auch das, was sie lesen sollten.“ Dies sei auch ein Anspruch an sie selbst. Sie erzählte, wie wichtig es ihr sei, denjenigen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden und dass sie froh sei, die Geschichten von Menschenwie Ibrahim Akkus, einem Überlebenden Hanaus, veröffentlichen zu können.
von Aylin Ersen, Q4
Texte von Yağmur Ekim Çay